Ein neuer Weinberg entsteht

Neuanlagen am Weingut entstehen

Eine Neuanlage des alten Weinbergs empfiehlt sich beispielsweise, wenn die Erträge nach langer Standzeit des Weinbergs sehr stark zurückgegangen sind, wenn die gepflanzte Rebsorte bei den Weintrinkern nicht mehr gefragt ist, oder auch, wenn die alte Anlage den Einsatz moderner Maschinen verhindert. 

Sobald die Weinernte beendet ist, beginnt der Winzer mit dem Abräumen des alten Weinbergs. Dabei entfernt er mit der Rebschere die Stockkrone. Das Schnittholz kann dann zerkleinert im Weinberg bleiben und dient der Bildung von Humus. Auch die Metall- oder Holzstickel werden entfernt und die Drähte mit einer Drahthaspel aufgerollt. 

Das Rausziehen der dicken Rebstöcke wird erledigt mit dem Traktor oder im Steilhang mit der Hacke. Die anfallenden „Rebstöcke werden gerne fürs Grillfeuer oder zum Heizen verwendet. Ist alles Material abgeräumt, bleibt ein kahler Weinbergsboden zurück. 

Dieser muss noch im Spätjahr mit einer Spatenmaschine oder einem Pflug bis zu einer Tiefe von 60 cm bearbeitet werden. Diese Bearbeitung dient der Lockerung des über die Jahre verdichteten Weinbergbodens. 

Bevor ein neuer Weinberg entsteht stellt sich bei den WinzeRn die große Frage: „Welche Rebsorte pflanzen wir.“

Hier ist jetzt eine weitsichtige Entscheidung für die richtige Rebsorte gefragt. Schließlich erreichen die Weinberge inzwischen eine Standzeit von etwa 30 Jahren. 

Die zur Pflanzung benötigten Reben können im Frühjahr von einem Rebveredler bezogen werden. 

Je nach Zeilenbreite und Stockabstand werden 5.000 bis 6.000 Reben auf einem Hektar ausgepflanzt.

Mit Beginn der wärmeren Witterung wird auch der Boden auf das Pflanzen vorbereitet. Das Pflanzen der Pfropfreben kann eine Pflanzmaschine in ebenen Weinbergen vornehmen. Das mühsame Ausheben des Pflanzlochs mit einem Spaten wird nur noch in unzugänglichen Steillagen praktiziert. Gepflanzt wird meist ab Mitte April bis Ende Mai, wenn sich der Weinbergsboden bereits erwärmt hat und abgetrocknet ist.

Die jungen Pflanzen erhalten einen Stab als stützendes Element und werden beim Wachsen an diesem angebunden.  Bei extrem trockener Witterung werden die neuen Pflanzen auch über den Sommer mit Wasser versorgt. Dies alles fordert einen enormen Arbeitsaufwand ca. 250 Arbeitsstunden pro Hektar fallen dafür im ersten Jahr an. 

Nach der Pflanzung wird noch ein Drahtrahmen mit Stickel und Drähten erstellt um den Reben die Möglichkeit eines geraden und aufrechten Wuchses zu gewährleisten.

Ab dem zweiten Standjahr bringen die Reben die ersten Trauben wenn auch im kleinen Umfang und im dritten Standjahr den ersten richtigen Ertrag.

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